9. Oktober 2026 bis 16. Mai 2027, Museumsgarten, Museum Niederösterreich in St. Pölten 

UNITED NATURE DEMOCRACY. Mutige Zukunftserzählungen für 2040–2100 lautet der Titel der Impuls-Ausstellung, die vom 9. Oktober 2026 bis 16. Mai 2027 im Museumsgarten des Museum Niederösterreich in St. Pölten zu sehen und vor allem zu hören ist. Entwickelt wurde sie von der Zukunftsplattform ReGenerativa und vom Institute of Design Research Vienna (IDRV) (Ko-Leitung: Ronja Grossar) gemeinsam mit dem Regenerative Design Lab der Universität für angewandte Kunst Wien. Die Impuls-Ausstellung wird in Kooperation mit dem Museum Niederösterreich präsentiert. Weitere Kooperationspartner sind das Haus der Digitalisierung Tulln und das KinderKunstLabor St. Pölten. Die Gestaltung stammt von EOOS Design (Umsetzung: Lotte Kristoferitsch).

Die Ausstellung ist von der Überzeugung getragen, dass es weit in die Zukunft blickende Projekte wie dieses braucht, um die Vorstellungskraft der Menschen zu beflügeln, sich gerade jetzt, inmitten der digitalen und ökologischen Doppeltransformation, intensiv mit der Zukunft zu befassen. Sie präsentiert als Podcasts abrufbare Zukunftsgeschichten für 2040 – 2100, die Hälfte davon auf Deutsch und die andere, inhaltlich eigenständige Hälfte auf Englisch – es lohnt sich also, alle Geschichten anzuhören. Die Themen der Erzählungen sind auf fünf Naturinseln („Zukunftskontinente“) verteilt, von Demokratie, (öko)sozialer Gerechtigkeit und Bildung (Insel 1) über Wohnen, Mobilität und Ernährung (Insel 2), Gesundheit, Kunst & Kultur und Tourismus (Insel 3), Arbeit, Industrie/Handwerk und Dienstleistungen (Insel 4) bis zu Forschung & Technologie, Superintelligenz und Landwirtschaft/Bodenschutz (Insel 5). Die Texte können ab 9. Oktober 2026 auch auf der ReGenerativa-Website nachgelesen werden.

Die Entstehung dieser Zukunftserzählungen ist bemerkenswert: Erstmals wurden sie konsequent aus der Perspektive der Generation Z (Jahrgänge 1995–2012) entwickelt. Dazu Christoph Thun-Hohenstein, künstlerischer Leiter der Zukunftsplattform ReGenerativa und einer der beiden Kuratoren: „Die Generation Z ist jene Generation, die bereits im Berufsleben oder knapp davorsteht und zugleich beste Aussichten hat, die nächste Jahrhundertwende in robuster Gesundheit zu erleben. Wir brauchen die Vorstellungs- und Transformationskraft dieser Generation, um bis spätestens 2040 die Vision der UND unumkehrbar zu realisieren. Wir müssen der Gen Z daher dringend entscheidende Handlungsmacht (sogenannte „agency”) verschaffen und sie in deren Ausübung tatkräftig unterstützen. Regenerative Zukunftsgestaltung kommt aber nicht nur der Gen Z und nachfolgenden Generationen zugute, sie wird unser aller Leben schon in den kommenden Jahren verbessern.“

Grundlage waren Workshops mit jungen Menschen und ein experimenteller, mehrstufiger Prozess unter Einsatz von sechs generativen KI-Systemen (ChatGPT, Claude AI, Gemini AI, Mistral, DeepSeek und Kimi AI). Damit erprobt das Projekt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen menschlicher Vorstellungskraft und künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung gesellschaftlicher Zukunftsbilder. Aber was ist überhaupt kreativ daran, KI-generierte Texte in einer Ausstellung zu präsentieren?

Niemand Geringerer als der KI-kritische digitale Vordenker, Künstler und Futurist Jaron Lanier betonte kürzlich bei einem Vortrag in Wien, dass bei der Einbeziehung von KI in künstlerische Projekte nicht das KI-Tool der „creator“ des Werks sei, sondern die Person, die die entsprechenden Prompts entwickelt hat… Dies gilt auch und in erhöhtem Maße, behaupten wir, für jene Disziplin der Kunst, die sich am konsequentesten mit den großen Zukunftsherausforderungen beschäftigt, nämlich das Design und besonders seine Ausprägungen strategisches und regeneratives Design.

Harald Gründl, Leiter des Regenerative Design Lab an der Universität für angewandte Kunst Wien und Ko-Kurator, zum Designkonzept der Ausstellung: „Die Ausstellung zeigt die Zukunft nicht in Bildern, sondern als ein spekulatives Hörspiel. Das lässt den Besucher:innen mehr Freiraum, ihre eigene Fantasie einzubringen, verschiedene Ideen zu kombinieren und sich alternative Zukünfte vorzustellen. Regeneratives Design ist die konsequente Anwendung der Prinzipien der Natur im Design. So entsteht eine vollkommen neue Perspektive auf alle Felder unserer Lebensweise. Werden wir alle zu Designer:innen unserer Zukunft!

Aus Anlass der Ausstellungseröffnung wird die UNITED NATURE DEMOCRACY ausgerufen. Sie versteht sich als Schlüsselvision und Experimentierraum für verantwortungsvolle Zukunftsgestaltung. „United” bedeutet das Miteinander von Menschen aller Generationen ebenso wie mit anderen Spezies und mit KI und künftiger Superintelligenz. „Nature” rückt die Natur in den Mittelpunkt des Wohlstands der Zukunft; wenn es der Natur gut geht, ist auch unsere menschliche Zukunft gesichert. „Democracy” darf keine Spielwiese von Eliten oder dominanten Algorithmen sein, sondern bedarf der lebendigen Vision einer mehr-als-menschlichen Welt, die wir gemeinsam mit der Natur und durch tatkräftige Unterstützung intelligenter Maschinen verwirklichen.

Davon ausgehend liefert die Ausstellung zahlreiche Impulse für eine respektvolle, regenerativ gestaltete Lebens- und Wirtschaftskultur innerhalb unserer planetaren Grenzen. Der 2.500 m² große Museumsgarten bildet den atmosphärischen Hintergrund der Ausstellung. Die Zukunftsfahne der United Nature Democracy weht über dem Garten und verwebt die fünf Zukunftskontinente, auf die die Audiostationen mit den Erzählungen für die Jahre 2040-2100 verteilt sind. Die Zukunftsfahne greift die von Christoph Thun-Hohenstein in seinem Buch „Zukunftsmutig“ (2026) entwickelte „regenerative Zukunftsleiter“ auf. Sie wurde in vier Farben gestaltet, die für ein neuartig entwickeltes Orientierungsmodell für regenerative Transformation stehen:  Orange repräsentiert das Fakten-Fundament (Wahrheitsliebe), Grün die Empathie-Ebene(Naturliebe, Weltkompetenz und Transparenz), Gelb die System-Ebene (Ganzheitlichkeit, Kreislaufkultur und Fantasie & Kreativität) und Türkis die Verwirklichungs-Ebene (Kooperationsbegeisterung, Teamintelligenz mit KI und Zukunftsmut). Dieses Orientierungsmodell schafft eine Toolbox regenerativer Zukunftsgestaltung.

Mit der Präsenz der Zukunftsfahne wird der Garten festlich und zugleich institutionell inszeniert. Neben den Audiobeiträgen spricht die Ausstellung die Rolle von Kunst und Kultur für den Übergang in eine regenerative Zukunft an. Die beiden österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser und Lois Weinberger, die mit pionierhaften Projekten das Verhältnis von Natur, Kultur und menschlicher Lebenswelt geprägt haben, sind mit ausgewählten Arbeiten in die Ausstellung integriert. Hundertwasser setzte sich für eine ökologische Architektur ein, die Natur in den Lebensraum integriert. Als Referenz weht im Garten seine Flagge „Koru Fahne für Neuseeland“ aus dem Jahr 1983, die u.a. für den Frieden mit der Natur steht. Lois Weinbergers Garten, der bereits vor rund 30 Jahren angelegt wurde, kommt bis heute ohne menschliche Hilfe (Bewässerung, Pflanzenpflege) aus und zeigt eindrucksvoll die Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit der Natur.

Die Ausstellung unterstreicht, wie sehr die Lebensperspektive 2100 der Gen Z schon in den allernächsten Jahren visionäre Weichenstellungen für die Bewältigung der großen Zukunftsherausforderungen erfordert. Je besser und rascher dies gelingt, umso stärker und früher werden alle Generationen davon profitieren. Für Gesellschaft und Wirtschaft tut sich damit das spannendste Kreativitäts- und Innovationskapitel des Jahrhunderts auf. Die Impuls-Ausstellung UNITED NATURE DEMOCRACY. Mutige Zukunftserzählungen für 2040–2100 erzählt, warum.

Information:
Impuls-Ausstellung im Museumsgarten des Museum Niederösterreich St. Pölten
Ausstellungsdauer: 9. Oktober 2026 – 16. Mai 2027
Rundgang der Generationen: 15. Oktober 2026, 9:30 – 12:00 Uhr
Weitere Veranstaltungen sind in Planung.

Zukunftsplattform Regenerativa: www.regenerativa.at
Museum Niederösterreich: www.museumnoe.at

Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte über die Email-Adresse office@regenerativa.eu